EINLEITUNG
ÜBER DIE TRADITIONELLE CHINESISCHE MEDIZIN (TCM)
Dem Gelben Kaiser - Huang Di - wird das Standardwerk der traditionelle
chinesischen Medizin, das "neijing", zugeschrieben.
Er berät sich in diesem mit seinem Arzt Qi Bo. Es ist in
Dialogform abgefaßt, wie fast alle klassisch chinesischen
Texte und sie diskutieren über alle Arten von Erkrankungen
und deren möglichen Ursachen.
Am Leben erhält uns die kosmische, allumgebende Energie.
Im chinesischen "qi" (jap.: "ki") genannt.
Diese Energie zirkuliert in unseren Leitbahnen (Meridianen). Wenn
Blockaden entstehen und das qi nicht mehr frei fließen kann,
entsteht Krankheit. Werden diese Blockaden nicht korrigiert, folgt
der Tod.
Yin und yang die Dualität unseres Seins - welches eine Grundlage
der traditionellen chinesischen Medizin bildet - fußt auf
dem Daoismus. Als Begründer dieser religiös-philosophisch
ausgerichteten Richtung gilt laozi, der um 300 v. Chr. lebte.
Das von ihm verfaßte Werk "dao de jing", das Buch
vom dao (dem Weg, der Lehre) gilt als geistiges Fundament dieser
Lehre.
Yin und yang sind die Gegensätze, die einander benötigen,
um existieren zu können. Kein Tag ohne Nacht, kein hell ohne
dunkel, kein heiß ohne kalt. Aber alles muß in einem
harmonischen Zustand sein - auch der Körper. Zuviel oder
zuwenig ist nicht harmonisch. Wenn man beispielsweise zuviel ißt,
geht es dem Körper nicht gut und es entstehen Blockaden -
dann folgen Disharmoniemuster.
Zu yin und yang gehören noch die sogenannten fünf Wandlungsphasen
(wu xing), ein frühes Grundmodell der chinesischen Naturphilosophie,
welches alle Phänomene der Natur den Kategorien Feuer, Erde,
Metall, Wasser und Holz zuordnet und deren Verhältnis zueinander
definiert: Feuer erzeugt Erde, Erde erzeugt Metall, Metall erzeugt
Wasser, Wasser erzeugt Holz, Holz erzeugt Feuer - Feuer entsteht
in der Natur durch das Verbrennen von Holz, Holz entsteht aus
dem Regen und der Feuchtigkeit, welche es nähren, Metall
ist flüssig wie Wasser, als fester Stoff jedoch dient es
zur Formung der Flußbette. Der Zyklus ist vollendet.
Jede Wandlungsphase erzeugt die folgende, kann aber die vorige
hemmen. Dieser Zyklus ist in ständigem Erneuerungsprozeß
und in ein genaues Schema nicht einzugrenzen.

Die traditionelle chinesische Medizin betrachtet
den Menschen als Teil des kosmischen Wirkungsgefüges. Er
ist ein harmonisches Wesen zwischen Himmel und Erde - yin und
yang. Alles was existiert, besteht aus Energie in verschiedenen
Aggregatzuständen. Der Mensch wird von chinesischen Ärzten
als verdichtete Energieform definiert.
Die Art und Weise, wie ein traditionell chinesisch behandelnder
Arzt im Gegensatz zu einem westlichen Mediziner vorgeht, ist völlig
anders:
Die westliche Medizin hat vordefinierte Krankheiten wie z.B.
Migräne. Diese bringt Symptome mit sich und diese müssen
kontrolliert und dann eliminiert werden. In der Schulmedizin wird
die organische Veränderung, die mit der Erkrankung einhergeht,
genauestens im Labor etc. untersucht.
Der chinesische Arzt hingegen richtet seine Aufmerksamkeit mehr
auf das psychologische Gesamtgefüge des jeweilige Patienten.
Er sammelt alle subjektiven Erfahrungen, wie beispielsweise das
persönliche Empfinden der Symptome, die Lebensgewohnheiten,
das soziale Gefüge in dem der Patient lebt etc. Das Resümee
des Ganzen nennt sich sodann "Disharmoniemuster". Der
Mensch war in Harmonie mit sich, vor dem Auftreten der Symptome.
Er ist nicht "krank" geworden, sondern vielmehr aus
seinem Gleichgewicht geraten und somit jetzt in einem Disharmoniemuster
gefangen, welches es gilt aufzulösen.
Um dies zu verdeutlichen nehmen wir zwei Fälle, bei denen
die Patienten an "Magenschmerzen" leiden: in der Schulmedizin
werden Röntgenbilder des Magen-Darm-Traktes gemacht, das
Blutbild abgeklärt, evtl. eine Endoskopie. Bei allen beiden
Personen würde die Diagnose "Magengeschwür"
lauten.
In der TCM hingegen würde der chinesische Arzt bei dem ersten
Patienten feststellen, daß er Schmerzen hat, die durch Berührung
schlimmer werden, aber bei Anwendung von Kälte sich verbessern.
Die Konstitution ist robust und der Teint rötlich, die Stimme
voll und tief. Das Auftreten ist bestimmt, ja sogar aggressiv;
er leidet unter Verstopfung, die Farbe des Urins ist dunkelgelb,
die Zunge hat einen fetten, gelben Belag und der Puls ist voll
und drahtig. Der Arzt würde dieses Disharmoniemuster "feuchte
Hitze, die die Milz befällt" nennen und danach therapieren.
Bei der Anamnese des zweiten Patienten findet er eine ganz andere
Konstellation: dieser ist dünn, der Teint aschgrau, wobei
die Wangen rot sind; er hat fortwährend Durst, schweißige
Handflächen und neigt zu Verstopfung, Schlaflosigkeit und
Nachtschweiß; er ist nervös, unruhig und mit sich selbst
unzufrieden; die Zunge ist trocken, leicht rötlich und ohne
Belag; der Puls fein und ein wenig schnell. Hier lautet das Disharmoniemuster
"mangelndes yin, das den Magen beeinträchtigt"
und nach diesem wird behandelt.
Der westliche Arzt stellt eine einzige Krankheitskategorie fest,
nach der alle Patienten behandelt werden, während der chinesische
Arzt zwei unterschiedliche Disharmoniemuster feststellte und nach
diesen zwei unterschiedliche Behandlungen durchführte.
Daraus ergibt sich ein energetisches Weltbild im Gegensatz zu
einem anatomisch-physiologisch geformten. Der Mensch mit seiner
ganz eigenen individuellen Geschichte mit seinen subjektiven Gefühlen
wird hier betrachtet. Die chinesische Methode ist eine ganzheitliche
Methode, welche auf der Idee fußt, daß jedes einzelne
Element nur in seiner Relation zum Ganzen verstanden werden kann.
Dies ist auch wieder die Grundlage von yin und yang.
In der chinesischen Medizin haben wir es mit folgenden Organsystemen
zu tun : Lunge-Dickdarm (Metall), Magen-Milz (Erde), Herz-Dünndarm
(Feuer), Blase-Niere (Wasser), Perikard-Sanjiao (Feuer), Gallenblase-Leber
(Holz). Wenn man nun von Disharmoniemustern der Organe spricht,
ist nicht das anatomische Organ gemeint, sondern vielmehr die
Energetik dessen. So steht z.B. das Leitbahnenpaar Lunge-Dickdarm
für die psychologische Thematik des Loslassens, des Kontaktes
mit der Außenwelt, für den Kummer, das Weinen. Die
Lunge nimmt den Atem auf und der Dickdarm scheidet unsere Abfälle
aus - beide Male treten wir also mit der Umwelt in Kontakt. Dieses
Paar gehört zu der Wandlungsphase Metall - ohne Metall, elektrische
Leitungen etc. könnten unsere Telefone, Fernseher etc. gar
nicht funktionieren, die ja ebenfalls für unseren Kontakt
mit der Außenwelt von großer Bedeutung sind.
Damit wir das qi am Fließen halten können und unsere
Leitbahnen durchgängig, keine alten Glaubenssatzmuster in
dieser Realität zu halten, bewußter zu werden mit sich
und der Gesellschaft, der Umwelt, gibt es unterschiedliche Methoden,
die wir Ihnen in der Naturheilpraxis zhongyi anbieten. Die Basis
alljener entspringt dem Gedanken den TCM und sind Mittel zum Zweck,
wieder Gesundheit entspringen zu lassen.